Gedanken zum „auf Reisen sein“

wir sind nun fast 2 Monate unterwegs und das mit vielen Hoch und Tiefs. Alles in allem empfinde ich das immernoch als ein großes Geschenk und definitv als eine Aufgabe an der man wächst. Wir haben viele tolle Sachen erlebt, ganz bezaubernde Menschen kennengelernt und sind mittlerweile angekommen im Leben ohne “ ich muss jetzt das und jenes“. Wir haben in Hostels, Hotels und jetzt im Haus residiert, sind mit Flugzeug, Zug, Bus, Taxi und Moped unterwegs gewesen und haben die Vor-und Nachteile eines jeden kennengelernt.

20160616_111430
7h im Zug auf der Holzbank 😀

Ich muss aber auch sagen, dass es als Großfamilie ganz schön anstrengend ist. Das fängt schon einmal bei der Zimmersuche an. In vielen Blogs und DigitalNomads- Beiträgen habe ich von Minimalismus und wunderschönem harmonischen Familienalltag gelesen, in dem alles einfach nur toll ist. Für uns hat sich das teilweise gar nicht toll angefühlt. Das größte Problem war denke ich der Platz, denn wir sind nunmal mehrere Zimmer  und einen Garten gewöhnt. Unser Zu Hause ist einfach eine absolute Ja-Umgebung für die Kinder. Das getauscht gegen ein Familienzimmer oder mehrere Hotelzimmer ist schon eine Herausforderung. Eine die ich glaube ich nicht nochmal brauche und da spreche ich nicht nur für mich. Wir Eltern in getrennten Zimmern oder inmitten von 6 Kindern und eigentlich noch weniger Zeit  zusammen zu zweit als zu Hause. Auch ist man hier einfach 24h gefordert und es gab eher selten Momente in denen man nur entspannt war, weil man immer aufpassen muss das nix passiert. Dazu kam, dass Elena plötzlich 14 Zähne bekommen hat und dementsprechend viel Aufmerksamkeit brauchte.

20160612_153029

Wir merken seitdem wir jetzt ein Haus gemietet haben, dass es für alle wieder viel besser passt. Aber auch das ist hier in Vietnam nicht leicht überhaupt etwas passendes für so viele Leute zu finden. Agoda und Co kannst du gleich komplett vergessen, wir haben uns hier tatsächlich durchgefragt. Und auch das war eigentlich nur mit viel Glück möglich, da wir eine der wenigen Personen kennengelernt haben, die gut englisch spricht und so lieb war uns zu helfen. Wir waren schon knapp davor aufzugeben und wieder nach Hause zu fliegen.

Ich bin ja eigentlich immer diejenige, die zu Hause raus will und reisen möchte und jetzt bin ich die, mit dem größten Heimweh. Verrückt oder? Aber ich vermisse mein zu Hause in dem alles auf uns eingerichtet ist und vor allem meine Küche. Ich träume tatsächlich schon davon wieder zu kochen und zu backen, etwas das mich am Ende zu Hause wirklich nur noch genervt hat. Ich sehe auch, dass man sich hier auch mit viel weniger versorgen kann und schätze auf jeden Fall mehr, was wir zu Hause haben. Hier punkten natürlich die vielen tollen reifen Früchte, die wie so niemals zu Hause bekommen und wovon wir täglich eine Menge verdrücken. Auch haben wir uns durch einige vietnamesiche Gerichte getestet, aber festgestellt, dass diese sehr fleischlastig ist und das ist nunmal nicht unseres. Auch ein Besuch am Markt lässt uns erschaudern, dort hängen gebratene Hunde und Katzen, Käfige vollgestopft mit noch lebenden Geflügel und auch Enten liegen da am Warentisch mit zusammengebundenen Füßen. Boar ich sage euch, diesen Anblick kann ich nicht ertragen und auch nicht vergessen 🙁 Als die dann noch kamen und meine Kinder tätscheln wollten, da war es bei uns echt vorbei. Jetzt muss Ralf allein zum Markt, ich kann das nicht nochmal haben.

Unser Plan ganz Vietnam komplett zu bereisen den ich doch irgendwie im Hinterkopf hatte, ist auch nicht aufgegangen. Wenn du wirklich 4-5 Monate unterwegs bist, dann kannst du mit 6 Kindern nicht wirklich alle paar Tage weiterziehen. Du brauchst Zeit irgendwo anzukommen und auch einfach mal eine Umgebung in der du weißt wo du etwas herbekommst. Hier gehst du näcmlich nicht mal eben in den Supermarkt und bekommst alles was du willst, hier gehst du auf den Markt und suchst die restlichen Dinge in gefühlten 50 Geschäften zusammen. So ist es bei 5 Stationen geblieben und das ist auch in Ordnung so.

20160618_110008
Nghi son – hinter unserem Hotel

Einen großen Fehler den wir gemacht haben, wir haben glaube ich tatsächlich zu minimalistisch gepackt. Aus unseren Erfahrungen bisher, würde ich auf jeden Fall mehr Spielzeug mitnehmen. Für Elena bekommst du hier nur gruseliges Plastikspielzeug, welches schon von weiten nach BPA stinkt und auch an Spielen oder änlichem ist hier schwer etwas aufzutreiben. Da vermisse ich so sehr unsere tollen Grimm und Holztigersachen und ärgere mich so, nicht doch einiges davon eingepackt zu haben. Bezahlt gemacht hat sich aber in jedem Fall der kindle für die Kinder – der ist täglich in Gebrauch:D

Momentan könnte ich mir nicht vorstellen dauerhaft so unterwegs zu sein, aber wir haben fürs nächste Mal auf jeden Fall eine Menge gelernt und wissen was wir anders machen würden.  Vielleicht werden wir es mit einem Wohnmobil probieren zu reisen, da hat man zumindest so ein wenig ein zu Hause und so Sachen wie Fahrräder und Spielsachen dabei.

Liebe Grüße

Sissy

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.