Wie ich zum Langzeitstillen kam…

Nach bereits 5 Kindern blickte ich auf 5 wundervolle Stillgeschichten zurück. Nicht einmal hatte ich in all den Stilljahren eine Brustentzündung oder Ähnliches. Auch Stillprobleme kenne ich nicht. Bei uns hat das quasi immer vom ersten Tag super funktioniert. Sicher gab es in den Wachstumsphasen immer mal auch harte Zeiten in denen sich der Milchbedarf erst einmal wieder anpassen musste, aber auch die haben wir immer gut gemeistert. Mit viel Stilltee und noch mehr Geduld haben wir durchgehalten und uns nicht vom Umfeld verunsichern lassen.

Etwas schwieriger wurde es mit dem Nicht-verunsichern-lassen dann als die Kinder eben nicht wie üblich mit 6 Monaten anfingen zu essen. Aber auch da haben wir gelernt einfach kein großes Aufheben drumherum zu machen und es beim Kinderarzt einfach nicht anzusprechen. Wir haben also 9-10 Monate voll gestillt, bis die Kinder wirklich von ganz allein anfingen zu essen. Wir haben dabei auch keinen Brei gefüttert, sondern immer stückiges Essen angeboten, so dass die Kinder sich selbst die Welt des Essens mit allen Sinnen erschließen konnten. Angefangen hat das meist mit Apfel und Gurkenstücken und gedünstetem Gemüse wie Karotte, Brokkoli und Kartoffeln. Auch Nudeln standen immer Hoch im Kurs.  Zum Trinken gab es weiter Muttermilch, so dass wir tatsächlich nie eine Flasche hatten, sondern dann direkt mit 13 Monaten auf Becher oder Gläser umgestiegen sind.  Damit begann dann auch immer das Abstillen, welches von den Kindern ausging. So haben sich eigentlich alle zwischen 14-16 Monaten komplett abgestillt. Ich fand das ehrlich immer eine sehr angenehmen Zeitpunkt und war dann auch ehrlich froh meinen Körper wieder für mich zu haben. Zum Thema Langzeitstillen war ich bisher weder positiv noch negativ eingestellt, hätte mir das aber für uns eigentlich nicht wirklich vorstellen können…

Doch dann kam Elena…

Elena war auch wieder ein ganz umkompliziertes Stillkind. Leider hatte ich bei ihr trotzdem kurz nach der Geburt einen heftigen Milchstau und das gepaart mit Nachwehen war wirklich fast unerträglich (Jede Mehrfach-Mutti weiß wovon ich spreche;) ) Aber mit guter Kühlung und Homöopathie haben wir das schnell wieder hinbekommen. Das erste halbe Jahr lief super und Elena hat nachts ganz toll geschlafen. Mit 6 Monaten wandelte sich das von heute auf Morgen und  wir stillen seither 5-6 Mal JEDE Nacht. Das zehrt mittlerweile ganz schön. Auch bei Elena haben wir nach dem alle Breireifezeichen vorhanden waren, immer wieder Fingerfood angeboten, doch trotz großem Interesse hat sie nie wirklich begonnen zu essen. Immer mal wieder sehr kleine Mengen ja, aber noch heute sind wir von einer ersetzen Mahlzeit weit entfernt. Das Einzige was wirklich geht ist Obst, am liebsten Beeren. In aller Sorge haben wir natürlich dann auch mal Brei probiert, doch auch der interessiert sie nicht wirklich.

In Vietnam hat Elena sich dann auch noch von ihrem Schnuller verabschiedet, was heißt, dass sie nicht mal mehr zur Beruhigung etwas anderes nimmt also die Brust. Das heißt Einschlafen und Beruhigung gehen nur noch mit Mama. Zu Hause ist das ja noch weitestgehend in Ordnung, in der Praxis außerhalb der eigenen 4 Wände ist da mittlerweile echte Taktik nötig. Denn wenn Elena trinken will, dann bitte auch sofort. Ihre Frustrationstoleranz um eventuell einen Einkauf fertig zu bekommen ist da gleich NULL. Und immer und überall stillbereit zu sein kann ganz schön herausfordernd sein, vor allem wenn man noch mit ein paar mehr Kindern unterwegs ist. Zum Glück hilft mittlerweile auch manchmal noch ein Quetschi für ein paar Minuten Ablenkung, das ist nun immer mein Begleiter 😉

Oft werde ich gefragt warum ich mir das antue und ob ich nicht endlich mal durchgreifen will indem ich ihr die Brust einfach verweigere und sie damit zum Essen zwinge. NEIN das werde ich nicht tun. Elena geht es gut und sie entwickelt sich super. Sie wächst und nimmt zu, so dass ich vom Körperlichen bei ihr keine Notwendigkeit sofort was unternehmen zu müssen und ich zwingen an sich schonmal gar nicht gut finde. Ich habe selber viele Jahre an einer Essstörung gelitten und das möchte ich meinen Kindern möglichst ersparen. Ihr Saugbedürfnis scheint einfach noch ziemlich groß zu sein und dieses zu erfüllen bis es für sie abgeschlossen ist, ist mir einfach wichtig. Ich möchte ihr das Gefühl nicht aberziehen, zu wissen was gut für sie ist und ihr Vertrauen in mich zerstören.

Das Stillen auch über das erste Jahr hinaus sinnvoll ist, ist ja kein Geheimnnis und wird sogar durch die WHO bestätigt. Ich werde meiner kleinen Prinzessin also das Vertrauen schenken und weiterstillen und ich bin gespannt wie lang es diesmal dauern wird.  Ich gebe zu, Stillen war und ist für wichtig, aber auch wenn ich viele Momente davon genieße, bin ich dennoch ehrlich, dass es auch Zeitpunkte gibt in denen ich es nicht so toll finde. Ich stelle auch immer wieder fest, das man immer komischer angeschaut wird, wenn man in der Öffentlichkeit größere Kinder stillt. Nun bin ich nach 6 Kindern zwar relativ abgehärtet, aber dennoch empfinde ich das Stillen eher als etwas Intimes was ich an sich lieber nicht in der Öffentlichkeit mache. Natürlich muss Elena nicht hungern und was muss, dass muss natürlich, aber mögen muss man es ja dennoch nicht.

Liebe Grüße

Sissy

Ein Gedanke zu „Wie ich zum Langzeitstillen kam…

  • August 30, 2017 um 9:25 am
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