Unsere Geburtsreise

beginnt am Morgen des 16.01.2018. An diesem Tag stehe ich nicht wir sonst üblich gegen halb 8 auf, sondern seit Langem schlafe ich nochmal ein und bin erst gegen halb 10 wieder wach. Beim Frühstücken merke ich schon wieder Wehen, nicht besonders starke, sondern einfach wie die letzten Tage immer mal wieder und mache mir gar keine Gedanken drum. Wirklichen Hunger oder Appetit habe ich auch nicht. Wir überlegen noch ob wir nicht heute unseren Visarun nach Singapur machen wollen, aber können uns nicht so richtig dazu durchringen. Wir räumen noch ein wenig auf und machen dies und das und gegen halb 12 werden die Wehen dann irgendwie regelmäßiger.  Aber auch da denke ich mir noch nicht viel dabei. Ich ziehe mich ein wenig nach oben zurück um in mich hineinzuhorchen, aber es ändert sich nicht wirklich etwas. Die Wehen bleiben gleich und werden wieder unregelmäßiger. Wir haben uns dann erstmal um das Mittagessen gekümmert, weil die Kinder Hunger hatten.

Ich hingegen hatte immernoch überhaupt keinen Hunger oder Appetit und merkte gegen 12.15 Uhr das die Wehen tatsächlich im 3 Minutenabstand kamen. Aber da sie immer nur ca 1/2 Minute dauerten und ich sie auch nicht veratmen musste, war ich weiter entspannt. Ich bin dann rumgelaufen, Treppen gestiegen und wehte so vor mich hin. Der Besuch der Toilette häufte sich, wo sich dann auch immer wieder so leicht blutiger Schleim am Toilettenpapier zeigte. Aber auch das war die Tage zuvor schon hin und wieder einmal der Fall. Mein Mann fragte dann schon immer ob er den Pool füllen soll, was ich aber verneinte.  Die Kinder waren allesamt total aufgedreht und aufgeregt und fragten auch immer wieder ob das Baby heute kommt. Mir war das aber in dem Moment zuviel und daher haben die Kinder sich dann einen Film ansehen dürfen und ich bin dann gegen 13:30 in unser Schlafzimmer gegangen und habe versucht mich etwas auszuruhen. Die Wehen wurden dann erstmal weniger und ich habe mich tatsächlich kurz aufs Bett gelegt und bin kurz eingeschlafen. Danach kamen die Wehen wieder:D

Um ziemlich genau 14:00 Uhr habe ich meinem Mann nach 2 Wehen die ich veratmen musste das OK zur Poolbefüllung gegeben. Aber erst nachdem er mit sicher 5 mal versicherte, dass es kein Problem ist, falls es doch umsonst ist. Das war dann wirklich der erste Moment  des Tages in dem ich dachte, vielleicht geht es ja doch los und die Vorfreude stieg langsam auf. Ich habe mir dann meine Flowbirthmusik angemacht und mich einfach treiben lassen. Bei den anderen Kindern hatte ich oft so einen Moment der Panik, diesmal war ich wirklich total ruhig und entspannt. Gegen 14:20 habe ich dann sogar meinen Mann rausgeschickt, mit der Bitte er soll in 10 min wiederkommen. Ich kam mir so in dem Moment irgendwie so beobachtet vor und brauchte einen Moment um wirklich beim Gedanken anzukommen, dass unser Bauchzwerg sich JETZT auf den Weg macht. Nach 2 weiteren Wehen bin ich dann in den Pool gegangen. Das warme Wasser tat mir unheimlich gut und ich konnte mich so richtig fallen lassen. Meine Musik und die Bilder aus dem Hypnobirthing taten ihr Wirkung, vor allem die der sich öffnenden Blume und der blauen Seidenbänder. Die Wehen waren wirklich gut auszuhalten und irgendwie konnte ich immernoch nicht so richitg glauben, dass es einmal ein Baby vor Termin zu uns schaffen sollte. Und dann auch noch über 2 Wochen.

Immer wieder gab auch der kleine Bauchzwerg kleine Zeichen aus dem Bauch und ich wusste einfach das alles gut ist. Die Wehen kamen im Pool mit größerem Abstand als draußen, aber sie waren überhaupt nicht schlimm. Normalerweise dauern Geburtswehen ja über eine Minute, was ich bei den 2 Wehen wo ich auf die Uhr schaute nicht wirklich geschafft habe. Mein Mann kam dann wieder dazu und ich habe ein paar Wehen gut mit Händchenhalten veratmen können. Er war einfach nur da, ohne eine Wort zu sagen oder irgendetwas zu tun. Das war genau das was ich in diesem Moment braucht, das absolut Vertrauen in mich und das Baby und in Mutter Natur.

Dann hatte ich das Gefühl ich müsste nochmal groß auf Toilette und stieg also aus dem Pool. Dort merkte ich dann aber das sich der Kopf bereits in den Geburtskanal schob. Ich war total überrascht und mein wollte nur noch gaanz schnell wieder zurück in den Pool. Mein Mann half mir und kaum war ich im Pool angekommen merkte ich mit der nächte Wehe wie sich der Kopf langsam herausschob. Da ich diesmal nicht pressen wollte, dauerte es 2 weitere Wehen bis der Kopf geboren war. Ich war so überwältigt und es ging dann trotzdem so schnell das wir gar nicht mehr dazugekommen sind, die Kinder dazuzurufen.

Erste erstaunte Blicke

Der Kopf kam mit intakter Fruchtblase heraus und platze erst als sich die Schultern herausdrehten. Genau diesen Moment hat mein Mann mit der Kamera eingefangen, denn aus irgendeinem Grund sagte ich ihm er solle mal bitte schnell noch ein Foto machen. Nach einer weiteren Wehe war unser Baby dann geboren. 15:23 Uhr malaysischer Ortszeit.  Ich nahm das kleine Bündel ganz vorsichtig aus dem Wasser nach oben auf meinen Arm. Die Nabelschnur war zum Glück diesmal lang genug und wie ich ihn auf dem Arm nahm, merkte ich schon das es ein kleiner Junge ist. Diesmal hatte mein Gefühl also Recht behalten. Er war total in die Nabelschnur verwickelt und hatte sie sogar 2x um den Hals. Aber wir haben ihn dann ausgewickelt und er ist sehr schnell rosa geworden und hat dann auch gleich erstmal geschrien. Diese überwältigende Gefühl verliert auch mein 7. mal nix von seinem wundervollen Zauber. Ich habe Ralf dann gleich die Kinder holen geschickt, die es kaum glauben konnten das der Kleine seinen Weg tatsächlich heute zu uns gefunden hat.

Nach ca 10 Minuten bin ich dann ins Bett umgezogen um die Geburt der Plazenta abzuwarten. Der kleine Mann hat direkt angedockt und die Nabelschnur war auch schon auspulsiert.

Wir haben mit dem Abnabeln aber dennoch gewartet. Die Plazenta wurde dann auch recht schnell und unkompliziert geboren und war zum Glück auch vollständig. Die Blutungen waren ziemlich wenig und so bestand also absolut kein Grund zur Sorge. Wir haben es und dann erstmal richtig gemütlich gemacht und ich hatte solch einen Hunger und Durst, das ich mir tatsächlich den Bauch richtig voll schlug 😀 Bis halb 7 haben wir dann den kleinen Mann bestaunt und uns voll in seinen Bann ziehen lassen, bevor wir ihn dann abgenabelt haben. Diesmal habe ich die Nabelschnur das erste Mal selber durchgeschnitten 😀

So klein und so perfekt und so voller Liebe, das Worte es nicht beschreiben können.

Danach haben wir beide dann erstmal geschlafen, während Ralf die anderen ins Bett gebracht hat. Gewogen und gemessen haben wir den Kleinen auch irgendwann: 47cm ist er groß und wiegt 3400gr bei einem Kopfumfang von 34cm.

Es war eine traumhafte Geburt, genauso wie ich es mir gewünscht und vorgestellt habe und ich bin unendlich dankbar für diese weitere wundervolle Geburtsreise. Keine Schmerzen, keine Interventionen, einfach ganz selbstbestimmt und einfach nur in vollem Vertrauen diesem kleinen Erdenbürger das Leben schenken zu dürfen. Ich glaube es gibt kaum eine intensivere und tiefgreifendere Erfahrung als das.

Manche Wunder verlieren auch durch Wiederholung nichts von ihrem Zauber

Das ist auch der Grund warum ich meine Geschichte hier teilen möchte. Ich hoffe sie kann der ein oder anderen werdenden Mama Mut machen oder eine Anregung sein, dass eine Geburt auch ganz anders sein kann als sie oft in KH abläuft oder im Tv dargestellt wird. Es ist vor allem unsere Einstellung dazu, die zum großen teil dazu beiträgt wie Geburt ist oder sein kann. Für alle die sich für das Thema interessieren kann ich folgende Bücher empfehlen, die auch mich bzw uns begleitet haben :

HypnoBirthing. Der natürliche Weg zu einer sicheren, sanften und leichten Geburt: Die Mongan-Methode - 10000fach bewährt! Mit Audio-CD!Alleingeburt - Schwangerschaft und Geburt in EigenregieMeisterin der Geburt: Das Selbstcoaching-Buch für mehr Geburtslust & Selbstermächtigung                                                      Die selbstbestimmte Geburt: Handbuch für werdende Eltern. Mit Erfahrungsberichten                                     FlowBirthing (Audio-CD): Wecke deine Urkraft für das Wunder der Geburt! Meditationen, Affirmationen und Lebensmusik

Liebe Grüße Sissy, Mama von jetzt 7!!! Kindern

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