Bye Bye Österreich

Bye Bye Österreich

CHAOS IM KOPF

die letzten Wochen/Monate waren wirklich ganz schön turbulent, zumindest in unseren Köpfen und Gedanken, denn wir haben überlegt wie es für uns weitergehen soll. Zurück aus Thailand haben wir hier in Österreich einen recht schönen Sommer verbracht und auch unser zu Hause genossen. Das in Kombination mit der Schwangerschaft haben uns Zweifeln lassen, ob es wirklich richtig ist alles zu verkaufen und hier alles aufzugeben. Wir haben so viel zeit und Herzblut in das Haus gesteckt, 2 unserer Kinder sind hier geboren…Schnell kam uns die Idee, das wir unser Haus ja auch einfach zeitweise vermieten könnten und das erschien uns auch als die leichteste Variante, da so zumindest der Dachboden als Lager unserer Sachen hätte dienen können. Aber da waren eben auch all die Zweifel, was wenn das mit dem Vermieten nicht so klappt? Wer schaut mal nach dem Haus…gerade im Winter wegen der Heizung o.ä.? Was wenn wir doch nicht zurückwollen, dann hätten wir nur zum Ausräumen zurückkommen müssen… Da wir ja nur 180 Tage hier sein können (wegen Steuerpflicht und Schule usw) dann würden wir eigentlich lieber mal Zeit bei Freunden und Familie in Deutschland verbringen… Fürs Vermieten hätten wir jetzt auch noch einiges an Geld und Zeit ins Haus invenstieren müssen ( wir haben ein altes Haus gekauft und Eigenregie saniert, sind aber noch nicht fertig)

DIE ENTSCHEIDUNG

Nachdem wir nun also lange hin und her überlegt haben und alle Pros und Contras abgewägt haben steht für uns fest, wir werden doch verkaufen und spätestens Mitte November Österreich verlassen. Und was soll ich sagen, es tut unendlich gut eine Entscheidung getroffen zu haben. Dieses ewige Hin und Her hat uns irgendwie total gelähmt und ich bin ehrlich froh das wir wieder ins Tun kommen, wie man so schön sagt. Dies bedeutet natürlich auch, dass wir jetzt unheimlich viel zu tun haben, denn grob überschlagen bleiben uns nur noch 8 Wochen Zeit das alles zu stemmen und das ohne familiäre Hilfe und mit Job von Ralf. Aber die Aussicht, dass wir danach die Zeit bis März einfach nur frei haben werden und unseren Bauchzwerg und dessen Ankunft einfach nur geniesen können, bringen natürlich ordentlich Motivation mit sich.

WIE GENAU WOLLEN WIR DAS SCHAFFEN?

Der Plan ist, das wir unsere persönlichsten Sachen die wir behalten wollen (was am Ende wohl nicht mehr als 10-15 Kisten mit Fotos, Büchern, Unisachen sein werden) bei unseren Eltern einlagern werden. Alles was wir mitnehmen wollen kommt in die Koffer. Dann werden wir natürlich noch so viel wie möglich verkaufen und den Rest tatsächlich einfach von einer Firma räumen lassen. Alles alleine stemmen, schaffe ich schwanger im Moment einfach nicht, denn ich merke schon, das mein Körper hier klare Signale sendet. Am Wochenende haben wir schon mal den Dachboden leer geräumt und sage und schreibe 12 Umzugskisten aussortiert. Auch die Kinder waren direkt dabei und haben in ihren Zimmer auch schon mal sortiert, was weg kann und was sie behalten wollen. Die Sommersachen wandern jetzt schon mal in die Koffer und die Schränke leeren sich. Einen Großteil an Kleidung haben wir auch zur Kleiderspende gebracht und sie finden da hoffentlich neue Besitzer. Für Flohmärkte oder ähnliches fehlt mir einfach die Zeit und auch die Lust und von allen Sachen Fotos machen und auf Plattformen einstellen fehlt mir auch die Zeit und oft lohnt sich das ja auch nicht mal wirklich, oder habt ihr da andere Erfahrungen gemacht?

WO GEHT ES HIN?

Die spannende Frage ist jetzt noch wohin wir gehen werden. Aufgrund der Schwangerschaft und der bevorstehenden Geburt liegt unser Fokus ganz klar auf Süd-Vietnam. Erstens sind hier 6 Monate Visum kein Problem und erspart uns lästige Visa-Runs (wie wir sie bsp in Thailand und Indonesien machen müssten) und zweitens haben wir unser Herz da eh verloren und könnten uns gut vorstellen den Winter da zu verbringen. Doch wir überlegen auch noch eventuell mit ein paar anderen Familien zusammen einige Zeit zu verbringen, daher ist das mit Vietnam auch noch nicht ganz sicher und wir bleiben noch offen für Alternativen. Falls es eine/mehrere Reisefamilie(n) unter euch gibt, die eventuell Lust hätte uns zu begleiten oder ein paar Monate gemeinsam zu verbringen, meldet euch gern! Für den Ort sind wir wie gesagt noch offen.

Wir halten euch natürlich auf dem Laufenden.

Liebe Grüße

Sissy

 

Das Ende einer Stillbeziehung

Das Ende einer Stillbeziehung

Nach 27 Monate, das ist absoluter Rekord für mich, geht eine wundervolle Stillbeziehung zu Ende. Alle anderen Kinder haben sich selber zwischen 14-18 Monaten abgestillt, ganz ohne das ich dafür etwas gemacht hätte.

Das war diesmal anders…lange habe ich überlegt ob ich abstille oder nicht, Elena schien es so sehr zu brauchen, dass ich tatsächlich schon ein richtig schlechtes Gewissen hatte, weil ich mich mit dem Stillen überhaupt nicht mehr wohlfühlte. Für Elena war stillen einfach alles….kuscheln, Einschlafhilfe, Trost, Beschäftigung und bei wirklich jedem Unwohlsein oder etwas klappte nicht so wie sie wollte, musste die Brust her. IMMER und Überall und da sie dann schon immer ziemlich rapiad selbst an die Brust ging, war meine persönliche Grenze überschritten. Ich konnte und wollte einfach nicht mehr. Alle möglichen Versuche das durch etwas anderes zu ersetzen scheiterten kläglich.

Daher habe ich dann tatsächlich ganz aktiv die Brust verweigert. Durch Schwangerschaft ging meine Milch sowieso zurück und so war das viele Nuckeln wirklich schmerzhaft. Elena hat das tagsüber nach ein paar Tagen hart bleiben eigentlich schnell und gut akzeptiert. Ich habe ihr immer wieder gesagt, die Milch ist alle und ihr dann immer Ersatz angeboten…trinken, tragen, Buch ankucken…und mich auch so ganz intensiv ihr gewidmet, damit sie nicht das Gefühl hat auch Mama zu verlieren. Was uns unterwegs oft gute Dienste geleistet hat, waren die Quetschies. Damit beruhigte sie sich dann, wenn wirklich nichts anderes half. Aber auch das hat sich mittlerweile gelegt und jetzt wird smoothie aus dem Glas getrunken 😀

Nachdem das gut geklappt hat, habe es dann gewagt und bin ein Wochenende ohne Elena zu einem Freund gefahren und sie hat das super gemeistert. Ohne Weinen ist sie ganz friedlich eingeschlafen…da war ich dann wirklich erleichtert. Als ich dann zurück war, schafften ich es auch, dass sie bei mir ohne Brust einschlief. Die ersten Nächte habe ich sie immer eine Weile getragen, wenn sie wach wurde, das half ihr am Besten. Trinken wollte sie witzigerweise überhaupt nichts.

Nun sind wir 3 Wochen stillfrei und ab und an fragt sie noch nach dem Stillen, aber sie lässt sich ganz toll anders trösten und ich glaube das wir das ganz gut gemeistert haben. Ich bin jedenfalls wieder viel entspannter, denn am Ende war ich wirklich sehr genervt davon, was am Ende sicher auch daran liegt, dass ich durch die Schwangerschaft schon ziemlich fertig war.

Seit wir nicht mehr stillen, schläft Elena auch viel besser, viele Nächte sogar ganz ohne Unterbrechung und das ist nach 5-6 mal wach werden wirklich ein großer Segen für mich und am Ende für uns alle. Ein bisschen wehmütig bin ich dennoch, mit früh uns abends weiterstillen hätte ich kein Problem gehabt, aber das sie nur noch 2x darf, hat sie gar nicht verstanden.

Liebe Grüße

Sissy

Kinderwunsch in der Großfamilie

Kinderwunsch in der Großfamilie

Nur einmal noch diese spannende Zeit erleben, ob die Temperaturkurve am Ende des Zyklus in Hochlage bleibt und dennoch zur Sicherheit die 2 Striche auf dem Test sehen wollen.  Nur einmal noch 9 Monate ein kleines großen Glück unter dem Herzen tragen und ihm beim wachsen zusehen. Die ersten Tritte spüren, die die Schwangerschaft erst so richtig real machen. Nur einmal noch so viel Vorfreude  und Spannung erleben, was es denn wird und wie das kleine Wunder wohl aussehen wird. Nur einmal noch den Zauber erleben, einem neuen Menschlein das Leben zu schenken und diesen wundervollen ersten Moment genießen. Die Freude und das Staunen in den Gesichtern der Geschwister sehen. Nur einmal noch all die wundervollen ersten Male erleben und liebevoll begleiten.

Zugegeben, „Nur einmal noch….“ habe ich bereits nach dem 3. Kind gesagt, aber dennoch haben wir mittlerweile 6 wundervolle Kinder. Nachdem unsere kleinste Maus nun schon 25 Monate ist, schleicht sich so langsam noch einmal der Wunsch nach einem kleinen Tragling in mein Herz. Wenn ich eine Schwangere sehe, dann denke ich mittlerweile wieder, hach ich würde auch gern noch mal. Auch beim ausräumen des Hauses wurde mir so richtig bewusst, dass ich mich noch nicht vom Kinderkriegen verabschieden kann. Nun werden die kleinen Babystoffwindeln also nicht die Reise zu einem neuen Baby antreten, sondern in einer Kiste auf ihren erneuten Einsatz warten.

Einige halten uns wahrscheinlich für ein wenig verrückt, aber ich habe die Erfahrung gemacht, dass wenn man einmal den „normalen“ Weg verlässt, auch ein weiteres Kind für nicht mehr viel Empörung sorgt. Zumindest wird einem das dann nicht mehr ins Gesicht gesagt;-). Aber auch wenn es heißt, ein weiteres Kind läuft dann schon noch mit, sind da natürlich trotzdem Zweifel meinerseits vorhanden ob dieser Wunsch nach einem weiteren Kind nicht vielleicht egoistisch ist? Hört dieser Kinderwunsch irgendwann einmal auf? Da ich auf facebook in einigen Großfamiliengruppen lese und schreibe, geht es immer mal wieder um diese 2 Fragen. Eine Antwort darauf zu finden ist gar nicht so leicht. Den „Vorwurf“ man habe Angst vor dem was nach dem Kinderkriegen kommt, kann ich für mich definitv mit NEIN beantworten. Ob es egoistisch ist, kann ich ehrlich gar nicht sagen, ist das Kindebekommen nicht immer auch irgendwie egoistisch? Würde man ohne ein wenig Egoismus überhaupt Kinder bekommen? Für mich wäre es erst dann negativ egoistisch, wenn ich ein weiteres Kind in die Welt setze, obwohl ich einfach nervlich, finanziell, räumlich usw eigentlich gar nicht in der Lage dazu bin ein weiteres Kind gut zu versorgen. Oder wie seht ihr das?

Natürlich beschäftigen mich in dem Zusammenhang auch Fragen ob ich wirklich noch einem Kind gerecht werden kann. Immerhin werde ich auch weiterhin immer mal wieder eine Zeit mit allen Kindern allein sein. Und das man in der Schwangerschaft bzw dann mit Baby für die anderen Kindern erstmal weniger da sein kann, ist ja auch nicht wegzureden. Finanzielle Gedanken müssen wir uns zum Glück keine machen, etwas das ich persönlich auch immer wichtig finde. Das wichtigste: Liebe, Geduld und die Freude am eigenen Leben ist auf jeden Fall noch genug vorhanden. Auch unsere Kinder stehen einem neuem Familienmitglied offen gegenüber und würden sich darüber freuen. Und wie sie hier als Geschwister funktionieren und auch Elena immer wieder so wunderbar integrieren und an allem teilhaben lassen, zeigen mir, dass es auch mit noch einem weiteren Baby funktionieren kann.

Ein großer Vorteil ist natürlich auch, dass wir enorm von unserer Erfahrung profitieren können. In 13 Jahren Elternsein haben wir natürlich jede Menge gelernt und so fiel es uns natürlich von Kind zu Kind leichter die Bedürfnisse der Kleinen zu erfüllen und auch gelassen durch schwierige Phasen zu  gehen. Auch unser freies Leben ermöglicht uns natürlich ganz anders mit all den vielen Bedürfnissen umzugehen. Das sind jetzt einfach mal meine ganz persönlichen Gedanken zum Thema und wie ihr wahrscheinlich rauslest, spricht ganz viel dafür, dass es hier irgendwann noch einmal ein Baby geben wird<3

 

Liebe Grüße

Sissy