Bye Bye Österreich

Bye Bye Österreich

CHAOS IM KOPF

die letzten Wochen/Monate waren wirklich ganz schön turbulent, zumindest in unseren Köpfen und Gedanken, denn wir haben überlegt wie es für uns weitergehen soll. Zurück aus Thailand haben wir hier in Österreich einen recht schönen Sommer verbracht und auch unser zu Hause genossen. Das in Kombination mit der Schwangerschaft haben uns Zweifeln lassen, ob es wirklich richtig ist alles zu verkaufen und hier alles aufzugeben. Wir haben so viel zeit und Herzblut in das Haus gesteckt, 2 unserer Kinder sind hier geboren…Schnell kam uns die Idee, das wir unser Haus ja auch einfach zeitweise vermieten könnten und das erschien uns auch als die leichteste Variante, da so zumindest der Dachboden als Lager unserer Sachen hätte dienen können. Aber da waren eben auch all die Zweifel, was wenn das mit dem Vermieten nicht so klappt? Wer schaut mal nach dem Haus…gerade im Winter wegen der Heizung o.ä.? Was wenn wir doch nicht zurückwollen, dann hätten wir nur zum Ausräumen zurückkommen müssen… Da wir ja nur 180 Tage hier sein können (wegen Steuerpflicht und Schule usw) dann würden wir eigentlich lieber mal Zeit bei Freunden und Familie in Deutschland verbringen… Fürs Vermieten hätten wir jetzt auch noch einiges an Geld und Zeit ins Haus invenstieren müssen ( wir haben ein altes Haus gekauft und Eigenregie saniert, sind aber noch nicht fertig)

DIE ENTSCHEIDUNG

Nachdem wir nun also lange hin und her überlegt haben und alle Pros und Contras abgewägt haben steht für uns fest, wir werden doch verkaufen und spätestens Mitte November Österreich verlassen. Und was soll ich sagen, es tut unendlich gut eine Entscheidung getroffen zu haben. Dieses ewige Hin und Her hat uns irgendwie total gelähmt und ich bin ehrlich froh das wir wieder ins Tun kommen, wie man so schön sagt. Dies bedeutet natürlich auch, dass wir jetzt unheimlich viel zu tun haben, denn grob überschlagen bleiben uns nur noch 8 Wochen Zeit das alles zu stemmen und das ohne familiäre Hilfe und mit Job von Ralf. Aber die Aussicht, dass wir danach die Zeit bis März einfach nur frei haben werden und unseren Bauchzwerg und dessen Ankunft einfach nur geniesen können, bringen natürlich ordentlich Motivation mit sich.

WIE GENAU WOLLEN WIR DAS SCHAFFEN?

Der Plan ist, das wir unsere persönlichsten Sachen die wir behalten wollen (was am Ende wohl nicht mehr als 10-15 Kisten mit Fotos, Büchern, Unisachen sein werden) bei unseren Eltern einlagern werden. Alles was wir mitnehmen wollen kommt in die Koffer. Dann werden wir natürlich noch so viel wie möglich verkaufen und den Rest tatsächlich einfach von einer Firma räumen lassen. Alles alleine stemmen, schaffe ich schwanger im Moment einfach nicht, denn ich merke schon, das mein Körper hier klare Signale sendet. Am Wochenende haben wir schon mal den Dachboden leer geräumt und sage und schreibe 12 Umzugskisten aussortiert. Auch die Kinder waren direkt dabei und haben in ihren Zimmer auch schon mal sortiert, was weg kann und was sie behalten wollen. Die Sommersachen wandern jetzt schon mal in die Koffer und die Schränke leeren sich. Einen Großteil an Kleidung haben wir auch zur Kleiderspende gebracht und sie finden da hoffentlich neue Besitzer. Für Flohmärkte oder ähnliches fehlt mir einfach die Zeit und auch die Lust und von allen Sachen Fotos machen und auf Plattformen einstellen fehlt mir auch die Zeit und oft lohnt sich das ja auch nicht mal wirklich, oder habt ihr da andere Erfahrungen gemacht?

WO GEHT ES HIN?

Die spannende Frage ist jetzt noch wohin wir gehen werden. Aufgrund der Schwangerschaft und der bevorstehenden Geburt liegt unser Fokus ganz klar auf Süd-Vietnam. Erstens sind hier 6 Monate Visum kein Problem und erspart uns lästige Visa-Runs (wie wir sie bsp in Thailand und Indonesien machen müssten) und zweitens haben wir unser Herz da eh verloren und könnten uns gut vorstellen den Winter da zu verbringen. Doch wir überlegen auch noch eventuell mit ein paar anderen Familien zusammen einige Zeit zu verbringen, daher ist das mit Vietnam auch noch nicht ganz sicher und wir bleiben noch offen für Alternativen. Falls es eine/mehrere Reisefamilie(n) unter euch gibt, die eventuell Lust hätte uns zu begleiten oder ein paar Monate gemeinsam zu verbringen, meldet euch gern! Für den Ort sind wir wie gesagt noch offen.

Wir halten euch natürlich auf dem Laufenden.

Liebe Grüße

Sissy

 

18 Wochen schwanger mit unserem Wunder Nr. 7

Während ich die Überschrift schreibe, kann ich es selbst noch gar nicht richtig glauben, dass ich nun schon fast Halbzeit habe. Wer uns auf Instagram folgt, der weiß eh längst von unserem Nachwuchs. Alle anderen erfahren es jetzt auf diesem Wege 😀

Bisher ist es mir wirklich gut gegangen und bis auf die extreme Müdigkeit am Anfang hatte ich keinerlei Beschwerden, was den Alltag mit unseren 6 Kindern natürlich um Einiges einfacher macht und wofür ich auch unendlich dankbar bin. Diese erste Zeit ist immer wieder so besonders, wenn das kleine süße Geheimnis einfach noch nicht zu sehen ist. So langsam wird der Bauch aber rund und ohne ganz geschickte Kleidung kann man ihn kaum mehr verstecken. Nicht das ich das wollen würde, aber mit 6 Kindern an der Hand und einem Kugelbauch zieht man doch den ein oder anderen Blick auf sich und das ist manchmal doch etwas nervig;-) Die Großfamilienmamas unter euch werden wissen wovon ich spreche. Bekommt man Kind 1 oder 2 da ist die Freude und das Interesse oft groß, bei Kind Nr 7 erfährt man Freude dann eigentlich doch nur noch aus dem engsten Bekanntenkreis oder unter Gleichgesinnten. Ein Bauchbild habe ich noch für euch:

Aber die Hauptsache ist ja das WIR uns darüber freuen und  das tun wir wirklich. Sogar unsere kleine Elena spricht schon immer vom Baby im Bauch und das es dann Milch aus der Brust der trinken wird:D Ich finde das so süß. Der Große ist mittlerweile in einer Phase in der er das, was wir Eltern tun auch mal doof findet und so ist er auch derjenige der manchmal sagt, wir brauchen kein Baby mehr;-) Aber er ist dann trotzdem derjenige, der sich immerso liebevoll den Kleinsten widmet, das wir diese Aussage mehr oder wenig liebevoll überhören. Pupertät meets Baby wird uns wohl diesmal so richtig begegenen, aber ich bin zuversichtlich, dass wir auch das meistern werden.

Zum Baby selber kann ich euch noch gar nicht viel erzählen, denn wir waren bisher noch bei keinem Arzt. Wir haben uns diesmal dafür entschieden die ärztliche Vorsorge nicht zu machen. Einen Ultraschalltermin haben wir nur für die 21.SSW geplant, einfach um einmal Sicherheit zu haben das am Baby alles dran ist. Uns war es dann doch wichtig, da unser Baby ja wieder im Kreise der Familie daheim auf die Welt die kommen soll. Ich bin froh das zig Telefonaten einen Arzt gefunden zu haben der nur einen US macht….die meisten Ärzte wollten entweder alles oder nix :/

Die App sagt, das Baby ist jetzt so groß wie eine Orange ca 14 cm und wiegt etwa 190gr. Ich tippe ja mal auf einen Jungen, aber auch hier ist Geduld gefragt, wir wollen es uns nämlich nicht sagen lassen was es wird. Diese Woche habe ich es auch das erste Mal gespürt und es war wieder so ein unbeschreibliches Gefühl, diese kleine sanfte Stupsen:D

Medizinische 3-D-Grafik eine Fötus frontal in SSW 18
Bild von Babycenter

 

Liebe Grüße

Sissy

 

 

Das Ende einer Stillbeziehung

Das Ende einer Stillbeziehung

Nach 27 Monate, das ist absoluter Rekord für mich, geht eine wundervolle Stillbeziehung zu Ende. Alle anderen Kinder haben sich selber zwischen 14-18 Monaten abgestillt, ganz ohne das ich dafür etwas gemacht hätte.

Das war diesmal anders…lange habe ich überlegt ob ich abstille oder nicht, Elena schien es so sehr zu brauchen, dass ich tatsächlich schon ein richtig schlechtes Gewissen hatte, weil ich mich mit dem Stillen überhaupt nicht mehr wohlfühlte. Für Elena war stillen einfach alles….kuscheln, Einschlafhilfe, Trost, Beschäftigung und bei wirklich jedem Unwohlsein oder etwas klappte nicht so wie sie wollte, musste die Brust her. IMMER und Überall und da sie dann schon immer ziemlich rapiad selbst an die Brust ging, war meine persönliche Grenze überschritten. Ich konnte und wollte einfach nicht mehr. Alle möglichen Versuche das durch etwas anderes zu ersetzen scheiterten kläglich.

Daher habe ich dann tatsächlich ganz aktiv die Brust verweigert. Durch Schwangerschaft ging meine Milch sowieso zurück und so war das viele Nuckeln wirklich schmerzhaft. Elena hat das tagsüber nach ein paar Tagen hart bleiben eigentlich schnell und gut akzeptiert. Ich habe ihr immer wieder gesagt, die Milch ist alle und ihr dann immer Ersatz angeboten…trinken, tragen, Buch ankucken…und mich auch so ganz intensiv ihr gewidmet, damit sie nicht das Gefühl hat auch Mama zu verlieren. Was uns unterwegs oft gute Dienste geleistet hat, waren die Quetschies. Damit beruhigte sie sich dann, wenn wirklich nichts anderes half. Aber auch das hat sich mittlerweile gelegt und jetzt wird smoothie aus dem Glas getrunken 😀

Nachdem das gut geklappt hat, habe es dann gewagt und bin ein Wochenende ohne Elena zu einem Freund gefahren und sie hat das super gemeistert. Ohne Weinen ist sie ganz friedlich eingeschlafen…da war ich dann wirklich erleichtert. Als ich dann zurück war, schafften ich es auch, dass sie bei mir ohne Brust einschlief. Die ersten Nächte habe ich sie immer eine Weile getragen, wenn sie wach wurde, das half ihr am Besten. Trinken wollte sie witzigerweise überhaupt nichts.

Nun sind wir 3 Wochen stillfrei und ab und an fragt sie noch nach dem Stillen, aber sie lässt sich ganz toll anders trösten und ich glaube das wir das ganz gut gemeistert haben. Ich bin jedenfalls wieder viel entspannter, denn am Ende war ich wirklich sehr genervt davon, was am Ende sicher auch daran liegt, dass ich durch die Schwangerschaft schon ziemlich fertig war.

Seit wir nicht mehr stillen, schläft Elena auch viel besser, viele Nächte sogar ganz ohne Unterbrechung und das ist nach 5-6 mal wach werden wirklich ein großer Segen für mich und am Ende für uns alle. Ein bisschen wehmütig bin ich dennoch, mit früh uns abends weiterstillen hätte ich kein Problem gehabt, aber das sie nur noch 2x darf, hat sie gar nicht verstanden.

Liebe Grüße

Sissy

Kein richtiges Leben?

Kein richtiges Leben?

Vor einiger Zeit las ich unter einen meiner Posts einen Satz, der mir irgendwie nicht aus dem Kopf geht und über den ich ziemlich viel nachgedacht habe. Und zwar ging es darum, dass unser Leben kein richtiges Leben ist und am Ende vielleicht sogar eine Flucht….Ich kann das allerdings absolut nicht bestätigen, denn wir erleben und lernen so viele Sachen, von denen ich der Meinung bin, dass sie unsere Kinder viel besser auf eine Leben vorbereiten, als dass es die Schule leisten kann. Daher möchte ich heute ein paar Gedanken zu unserem Alltag und zum Thema Leben auf Reisen teilen.

DAS LEBEN AUF REISEN

fordert uns jeden Tag heraus, uns als Eltern, die Kinder und auch uns als Familie. Das Leben auf Reisen ist kein Urlaub wie wir es aus den 2-3 Wochen Urlaub im Jahr kennen, der eine absolute Ausnahme zu dem darstellt, was den sonstigen Alltag ausmacht. Auch auf Reisen etabliert sich natürlich ein Alltag, kein so strenger und unflexibler wie in Österreich, aber ein wenig Struktur entsteht meistens ganz von selber. Wir versuchen auch hier, lokal einzukaufen und vermeiden große Supermärkte. Die nutzen wir derzeit nur für 2-3 Lebensmittel, die wir sonst wirklich nicht bekommen können (Haferflocken, Datteln und Nüsse). Auch Yoga hat hier einen festen Platz bekommen, was mich ganz besonders freut. Paolo und Giuliana begleiten mich immer dazu und ich freu mich jedes Mal das sie das jetzt nochmal mehr für sich entdeckt haben. Wenn man sich für ein Reiseleben entscheidet, entscheidet man sich für ein Leben mit den Kindern und zwar 24h 7 Tage die Woche. Das heißt auch, dass man persönliche Freizeit nochmal mehr zurückstellt. Zu Hause hat mich sich alles so eingerichtet, dass die Kinder einfach auch mal gut einige Zeit allein spielen und werkeln können und man mal etwas Zeit für sich hat, das ist auf Reisen oft nicht so, da muss man einfach viel mehr ein Auge auf sie haben und natürlich gestaltet man auch viel mehr einen Rahmen in dem die Kinder spielen und lernen können, weil man hier natürlich viel weniger Spielsachen und Lernmaterialen hat.  Durch diese Nähe zu den Kindern vertieft man aber nochmal seine Beziehungen zu den Kindern. Stärken und Schwächen (wenn man das jetzt bei Kindern so nennen will), zeigen sich auch auf Reisen nochmal ganz anders und man bekommt viele neue Impulse in denen die Kinder einfach Begleitung und Unterstützung brauchen. Toll ist auf jeden Fall, dass man quasi dabei zusehen kann, wie auch die Kinder daran wachsen. Wie sie immer mutiger werden und auch so langsam anfangen sich für Sprachen zu interessieren. Hier müssen wir nur noch einen guten Weg des Lernens finden. Bisher nutzen wir dazu ein paar Apps und versuchen viele Wörter einfach im Alltag zu lernen. Was uns wirklich fehlt, sind einfach so Sachen wie die Musikschule oder die Sportvereine der Kinder. Das war immer etwas Schönes und Tolles und der einzige Wehmutstropfen.

Zeit für Ausflüge zu haben und die Natür und die verschiedenen Vegetationszonen hautnah erleben anstatt nur im Buch zu betrachten.

WAS IST DAS WIRKLICHE LEBEN?

Diese Definition ist natürlich entscheidend und darauf muss auch jeder seine eigene Antwort finden. Wir haben unsere ganz eigene gefunden : Ein Leben das zu 80% fremdbestimmt ist, in dem beide Eltern von 8-17:00 arbeiten und die Kinder so lange fremdbetreut sind (oder in unserem Fall – der Papa immer sehr viel weg war) – empfanden wir weniger als richtiges Leben, als unser Leben jetzt. Wir können uns jetzt etwas Eigenes schaffen, ein Leben das uns entspricht und durch das Reisen lernen wir so viele neue Dinge und Möglichkeiten kennen. Es gibt uns die Chance auszuprobieren wo und was und gefällt, was uns gut tut und was eben nicht. Wir lernen verschiedene Kulturen kennen und können durch unsere längeren Aufenthalte auch immer teilweise an der Kultur teilhaben bzw sie hautnah erfahren und diese Erfahrungen sind für uns so viel mehr wert als ein Buch zum Thema zu lesen. Wir übernehmen jetzt viel mehr Verantwortung für unsere Kinder, da wir die Bildung und Betreuung nicht einfach an jemanden anders abgeben, sondern einfach selber dafür sorgen. Und wenn das kein richtiges Leben ist, weiß ich auch nicht…Wir leben auch nicht mehr zwischen irgendwelchen Terminen oder in Vorfreue auf das Wochenende oder den Urlaub, indem man sich vornimmt mal abzuschalten, aber dann doch wieder liegengebliebene Sachen abarbeiten muss. Wir leben einfach JETZT und HEUTE und gestalten genau das, was für uns so vieles verändert hat. Wir haben einfach viel mehr Zeit für alles und dafür den Bedürfnissen der Kinder gerecht zu werden. Viele Dinge die wir sonst aufschieben mussten, können wir einfach direkt angehen. Wir haben oft keinen Plan und folgen einfach unserer inneren Stimme und das beschwert uns oft wundervolle Momente und Begegnungen. Klar ist für uns auch geworden, das ein Dauerreiseleben nicht in Frage kommt und wir uns eine Homebase suchen werden von der aus man immer mal wieder eine längere Reise unternimmt.

Jeden Moment geniesen können – auch dass erleben wir ganz intensiv, ohne Termin- und ohne Zeitdruck

 

FLUCHT?

Zum Thema Flucht habe ich ehrlich gesagt lange überlegt und  ich kann ehrlich sagen, JA wir sind auf der Suche nach einem Weg der freien Bildung geflohen vor dem Schulzwang bzw dem Lehrplan. Durch die Tatsache, dass freie Bildung in Deutschland und Österreich so nicht machbar sind, haben wir uns überhaupt mit dem Thema Reisen auseinandergesetzt und sehen es als spannende Herausforderung, die uns jede Menge beibringt. Das ist allerdings schon das Einzige was man als Flucht bezeichnen kann, denn alle anderen Themen die in der Familie ein Problem darstellen, oder die auch nur einen einzelnen betreffen, vor denen kann man nicht fliehen. Ganz im Gegenteil, hier kommen sie doppelt und dreifach zum Vorschein und man ist nochmal mehr damit konfrontiert Dinge aufzuarbeiten und an sich selber zu arbeiten oder auch zu merken was so richtig gut und stimmig läuft und was man einfach weiter ausbauen möchte. Wir haben für uns auf jeden Fall gemerkt, dass wir als Familie ziemlich gut harmonieren und finden immer mehr zu uns. In jedem Fall ist diese Flucht nicht einfach eine Flucht – sondern die Möglichkeit für mehr Selbstbestimmung und auch mehr Eigenverantwortung.

Zusammen Dinge erleben und die Welt erkunden. Manchmal nicht leicht mit so vielen verschiedenen Charaktären, aber doch immer wieder so bereischernd

 

Liebe Grüße

Sissy

Vietnam Ben En Nationalpark

Vietnam Ben En Nationalpark

Wir haben heute einen Ausflug in den Ben En  Nationalpark gemacht. Dazu sind wir erstmal ca 1,5h Stunden mit dem Taxi unterwegs gewesen bis sich uns dieses tolle Bild bot. Richtig richtig schön war es dort. Die laue Brise tat bei den Temperaturen richtig gut und es lies sich gut aushalten. Elena hatte im Taxi geschlafen und war zum Glück guter Dinge. Auch die anderen Kinder waren gut drauf, womit solche Unternehmungen ja immer steigen oder fallen.DSC03971

Gleich am Eingang gab es ein kleines Naturkundemuseum, welches aber nur ein etwas größerer Raum war. Es war von den Präparaten auch ziemlich schlecht, dafür musste man allerdings auch keinen Eintritt bezahlen. Die Kinder und vor allem Elena fanden es dennoch toll.

                                      DSC03977 DSC03972

Danach konnten wir zwischen 2 Varianten wählen, entweder eine Rundfahrt (17€) oder eine Fahrt auf eine der Inseln (15€) auf der wir dann allein bleiben konnten und wir per Anruf wieder abgeholt wurden. Wir haben uns für die 2. Variante entschieden, denn nur auf dem Boot sitzen war uns nix. Es war spannend einmal über so eine tolle Insel zu laufen, aber auch ganz schön abenteuerlich. Der Rundwag war zwischen 3,8 und 5km lang, genau kann ich es nicht sagen, denn wir bekamen verschiedene Informationen. Und was solche Angaben angeht, da muss man bei den Vietnamesen immer vorsichtig sein. 4Stunden sind wir über die Insel und durch den Dschungel gewandert und es war ein wundervolles Erlebnis. Wir haben riesige Spinnen, meterhohen Bambus und wunderschöne Schmetterlinge gesehen. Baden wurde uns leider untersagt, dabei war das Wasser soo schön warm. Unser Taxifahrer hat uns begleitet, war dann aber mittendrin auf einmal verschwunden, wir haben dann auf ihn gewartet und er war derweil mit irgendeinem Boot wieder zurückgefahren, was uns dann der Mann vom Boot mitteilte als wir ihn anriefen uns zu holen. Reden konnten wir nicht mit ihm, denn Englisch sprach er nicht. Das war dann mittendrin nicht ganz so witzig, aber es hat uns noch ein paar ruhige Momente des Geniesens verschafft. Leider gab es diesmal überhaupt keine Möglichkeit was zu Essen und wir hatten nix dabei, weil es hier wirklich an jeder Ecke eigentlich etwas gibt. Das Gute daran war allerdings, dass der ganze Park und auch die Insel fast menschenleer waren. Keine Touristen und nur eine handvoll Angestellte. Daher blieb uns diesmal das ewige „Wir-wollen-ein-Foto-mit-euch“ erspart.
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DSC03978         Auf dem Bild sieht die    Spinne gar nicht so groß aus,

in Wirklichkeit ist sie so große wie eine Erwachsenenhand.DSC04012DSC03984

DSC03992Auf dem Boot war es richtig schön, die tolle Landschaft und diese laue Wind. Ich bin ja tatsächlich jemand der eher grün vom Bootfahren wird, aber diesmal überhaupt nicht. Auf der Insel hätte man auch ein kleines Lagerfeuer machen können und sich sogar ein kleines Häuschen mieten für eine Übernachtung. Das wäre sicher nochmal spannender gewesen, aber für 6 Kinder waren die Häuschen nicht ausgelegt. Leider waren diese auch nicht mehr im tollsten Zustand, aber nunja. Für uns hieß es dann wieder mit dem Boot zurück und auch so nehmen wir ganz tolle Eindrücke mit. Auch die Taxifahrt nach Hause war wieder ein Erlebnis für sich. Der Verkehr und die Fahrweise hier sind immer wieder strange. Besondere Highlights diesmal : 2 Erwachene auf einem Moped + Boobycar + Fahrrad und das Zweite war ein Moped mit einem Stahlgestellanhänger auf dem ein Bett drauf gespannt war 😀

Liebe Grüße

Sissy

15 Monate Elena Marlene

15 Monate Elena Marlene

So lang bist du nun schon bei uns und machst unser Leben bunter und auch wenn du schon einen gut vorbereiteten Weg betrittst, lehrst du uns wieder ganz neue Dinge und es ist eine spannende Reise.

tragen            kuscheln

lachen  beobachten trösten

  toben laufen baden

entdecken

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Vor allem das Stillen ist mir dir so ganz anders, mit 15 Monaten waren alle anderen Kinder bereits dem Abstillen nahe, aber dir ist deine Milch wohl genug. Zwar probierst du hin und wieder von unserem Essen, aber nach 1-2 Bissen hast du dann auch wieder genug. Nur Obst geht eigentlich immer und wird auch in größeren Mengen genossen. Hin und wieder frage ich mich, ob das noch gut ist, aber du sollst deine Zeit bekommen die du brauchst. Ich kann dir die Nahrung ja nur immer wieder anbieten.

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Ein wichtigen Lernfaktor bieten natürlich auch deine Geschwister, die immer ganz genau beobachtet werden. In einem ruhigen Moment versuchst du dann genau das gleiche nachzumachen. Du liebst es Kuckuck zu spielen und weist genau was du willst. Das kannst du auch ganz laut kundtun. Ohne Mama geht sowieso gar nix, aus ihrem Blickfeld verschwinden, wird sofort mit lautstarken Protest beantwortet. Auch das Schlafen funktioniert gerade nur mit Mama.

diese Bild mag ich besonders gern

 

Mit dem Sprechen hast du es nicht so eilig, wieso auch, Mama und Papa verstehen ja auch so was du willst:D Nach jeder großen oder kleinen Entdeckungstour, kommst du immer erstmal eine große Runde kuscheln, denn du bist wirklich ein richtiges Kuschelkind. Auch Tragen steht immernoch hoch im Kurs und auch 38°C halten dich nicht davon ab. Auch wenn es bei den Temperaturen manchmal schwer ist zu geniesen, ist es doch toll dich zufrieden zu sehen.

Eine weitere große Liebe ist das Wasser, kaum findest du irgendwo welches, musst du hinein, auch gleich mit Windel und Kleidung. Stundenlang kannst du darin herumplätschern und es umschütten und verteilen und es macht so viel Freude dir dabei zuzusehen wie du ganz darin aufgehst und plötzlich alles andere um dich herum egal wird.

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Gerade befinden wir uns wohl im 9.Sprung-Prinzipien und den merken wir auch besonders:D Im Link wird dieser Sprung besonders schön referiert. Es lohnt sich ihn dort nachzulesen! So kämpfen wir hier auch mit dem ein oder anderen Wutanfall, wenn etwas nicht so geht, wie sie sich das vorgestellt hat. Ganz empfindlich reagiert sie da auf Essen oder Trinken. So bald jemand etwas davon in der Hand hat, muss Elena das auch haben (wenn auch zum herummatschen und nicht zum Essen). Die größte Herausforderung ist aber tatsächlich, dass rein gar nix ohne mich geht. Hin und wieder mal den Papa schicken zu können, der das Zubettbringen übernimmt wäre gerade ein Segen, ich glaube ihr versteht was ich meine? Oder etwas weniger anspruchsvoll – auch einfach mal in Ruhe auf Toilette oder unter die Dusche gehen wären nicht schlecht. In diesem Sinne sage ich Gute Nacht, denn das kleine Mädchen steht hier neben mir und wartet auf mich….

Liebe Grüße

Sissy

Gedanken zum „auf Reisen sein“

Gedanken zum „auf Reisen sein“

wir sind nun fast 2 Monate unterwegs und das mit vielen Hoch und Tiefs. Alles in allem empfinde ich das immernoch als ein großes Geschenk und definitv als eine Aufgabe an der man wächst. Wir haben viele tolle Sachen erlebt, ganz bezaubernde Menschen kennengelernt und sind mittlerweile angekommen im Leben ohne “ ich muss jetzt das und jenes“. Wir haben in Hostels, Hotels und jetzt im Haus residiert, sind mit Flugzeug, Zug, Bus, Taxi und Moped unterwegs gewesen und haben die Vor-und Nachteile eines jeden kennengelernt.

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7h im Zug auf der Holzbank 😀

Ich muss aber auch sagen, dass es als Großfamilie ganz schön anstrengend ist. Das fängt schon einmal bei der Zimmersuche an. In vielen Blogs und DigitalNomads- Beiträgen habe ich von Minimalismus und wunderschönem harmonischen Familienalltag gelesen, in dem alles einfach nur toll ist. Für uns hat sich das teilweise gar nicht toll angefühlt. Das größte Problem war denke ich der Platz, denn wir sind nunmal mehrere Zimmer  und einen Garten gewöhnt. Unser Zu Hause ist einfach eine absolute Ja-Umgebung für die Kinder. Das getauscht gegen ein Familienzimmer oder mehrere Hotelzimmer ist schon eine Herausforderung. Eine die ich glaube ich nicht nochmal brauche und da spreche ich nicht nur für mich. Wir Eltern in getrennten Zimmern oder inmitten von 6 Kindern und eigentlich noch weniger Zeit  zusammen zu zweit als zu Hause. Auch ist man hier einfach 24h gefordert und es gab eher selten Momente in denen man nur entspannt war, weil man immer aufpassen muss das nix passiert. Dazu kam, dass Elena plötzlich 14 Zähne bekommen hat und dementsprechend viel Aufmerksamkeit brauchte.

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Wir merken seitdem wir jetzt ein Haus gemietet haben, dass es für alle wieder viel besser passt. Aber auch das ist hier in Vietnam nicht leicht überhaupt etwas passendes für so viele Leute zu finden. Agoda und Co kannst du gleich komplett vergessen, wir haben uns hier tatsächlich durchgefragt. Und auch das war eigentlich nur mit viel Glück möglich, da wir eine der wenigen Personen kennengelernt haben, die gut englisch spricht und so lieb war uns zu helfen. Wir waren schon knapp davor aufzugeben und wieder nach Hause zu fliegen.

Ich bin ja eigentlich immer diejenige, die zu Hause raus will und reisen möchte und jetzt bin ich die, mit dem größten Heimweh. Verrückt oder? Aber ich vermisse mein zu Hause in dem alles auf uns eingerichtet ist und vor allem meine Küche. Ich träume tatsächlich schon davon wieder zu kochen und zu backen, etwas das mich am Ende zu Hause wirklich nur noch genervt hat. Ich sehe auch, dass man sich hier auch mit viel weniger versorgen kann und schätze auf jeden Fall mehr, was wir zu Hause haben. Hier punkten natürlich die vielen tollen reifen Früchte, die wie so niemals zu Hause bekommen und wovon wir täglich eine Menge verdrücken. Auch haben wir uns durch einige vietnamesiche Gerichte getestet, aber festgestellt, dass diese sehr fleischlastig ist und das ist nunmal nicht unseres. Auch ein Besuch am Markt lässt uns erschaudern, dort hängen gebratene Hunde und Katzen, Käfige vollgestopft mit noch lebenden Geflügel und auch Enten liegen da am Warentisch mit zusammengebundenen Füßen. Boar ich sage euch, diesen Anblick kann ich nicht ertragen und auch nicht vergessen 🙁 Als die dann noch kamen und meine Kinder tätscheln wollten, da war es bei uns echt vorbei. Jetzt muss Ralf allein zum Markt, ich kann das nicht nochmal haben.

Unser Plan ganz Vietnam komplett zu bereisen den ich doch irgendwie im Hinterkopf hatte, ist auch nicht aufgegangen. Wenn du wirklich 4-5 Monate unterwegs bist, dann kannst du mit 6 Kindern nicht wirklich alle paar Tage weiterziehen. Du brauchst Zeit irgendwo anzukommen und auch einfach mal eine Umgebung in der du weißt wo du etwas herbekommst. Hier gehst du näcmlich nicht mal eben in den Supermarkt und bekommst alles was du willst, hier gehst du auf den Markt und suchst die restlichen Dinge in gefühlten 50 Geschäften zusammen. So ist es bei 5 Stationen geblieben und das ist auch in Ordnung so.

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Nghi son – hinter unserem Hotel

Einen großen Fehler den wir gemacht haben, wir haben glaube ich tatsächlich zu minimalistisch gepackt. Aus unseren Erfahrungen bisher, würde ich auf jeden Fall mehr Spielzeug mitnehmen. Für Elena bekommst du hier nur gruseliges Plastikspielzeug, welches schon von weiten nach BPA stinkt und auch an Spielen oder änlichem ist hier schwer etwas aufzutreiben. Da vermisse ich so sehr unsere tollen Grimm und Holztigersachen und ärgere mich so, nicht doch einiges davon eingepackt zu haben. Bezahlt gemacht hat sich aber in jedem Fall der kindle für die Kinder – der ist täglich in Gebrauch:D

Momentan könnte ich mir nicht vorstellen dauerhaft so unterwegs zu sein, aber wir haben fürs nächste Mal auf jeden Fall eine Menge gelernt und wissen was wir anders machen würden.  Vielleicht werden wir es mit einem Wohnmobil probieren zu reisen, da hat man zumindest so ein wenig ein zu Hause und so Sachen wie Fahrräder und Spielsachen dabei.

Liebe Grüße

Sissy

unerzogen – in der Großfamilie

unerzogen – in der Großfamilie

Da ich immer mal wieder gefragt werde, was es mit dem unerzogen in meinem Slider auf sich hat, möchte ich euch heute einen Einblick geben. Ich bin allerdings kein Experte (oder nach 6 Kindern vielleicht doch?), beschäftige mich allerdings seit einiger Zeit mit dem Thema unerzogen, weil ich hier einfach ganz viel von unserem Umgang mit unseren Kindern wiedergefunden habe.

Der Begriff unerzogen ist für mich eigentlich nur stimmig nachzuvollziehen, wenn man sich die genau Definition von Erziehung einmal anschaut:

    „Erziehung ist die soziale Interaktion zwischen Menschen, bei der ein Erwachsener planvoll und zielgerichtet versucht, bei einem Kind unter Berücksichtigung der Bedürfnisse und der persönlichen Eigenart des Kindes erwünschtes Verhalten zu entfalten und zu stärken. Erziehung ist Bestandteil des umfassenden Sozialisierungsprozesses; der Bestandteil nämlich, bei dem von Erwachsenen versucht wird, bewusst in den der Persönlichkeitsentwicklung von Kindern einzugreifen – mit dem Ziel, sie zu selbständigen, leistungsfähigen und verantwortungsvollen Menschen zu bilden.“ (Hurrelmann, Klaus, 1994, 13)

Unerzogen bedeutet damit, dass wir als Elternn eben nicht versuchen das Verhalten und die Persönlichkeit unserer Kinder zielgerichtet auf einen von uns erwünschten Endzustand hin zu formen, sondern sie einfach auf ihrem Weg begleiten und ihre Wünsche und Bedürfnisse genau so ernst nehmen wie unsere eigenen. Nun haben wir ja 6 Kinder und jedes ist mit einem ganz eigenen Verhalten und Charakter geboren und trotz das alle einem gemeinsamen Rahmen haben, entwickeln sich unsere Kinder in ganz verschiedene Richtungen und jedes braucht ganz eigenen Hilfen und Unterstützungen, so dass wir jedem Kind wirklich anders begegnen. Starre Regeln und sinnlose Grenzen wurden von unseren Kindern schnell in Frage gestellt und brachte eigentlich nur gegenseitigen Frust.
Unerzogen: hört sich nun erst einmal so an, als würde das Kind machen können was es will und wir sind einfach nur die Sklave unserer Kinder. Einerseits ist das tatsächlich so, denn wir versuchen unsere Kindern so wenig wie möglich in Grenzen zu stecken die künstlich sind und eigentlich keinen Sinn machen. Dennoch gibt es selbstverständlich Grenzen: natürliche Grenzen (Ein Kind ist mit 2 noch nicht in der Lage auf einen Baum zu klettern), logische Grenzen (ein Kind kann natürlich im Geschäft nicht einfach alles mitnehmen) und nicht zu vergessen die eigenen Grenzen bzw die im Umgang mit anderen Menschen entstehen (ich bin dann einem langen Tag einfach zu müde für eine 10. Gute-Nacht-Geschichte). Auch gibt es bei uns Regeln, aber an die halten sich dann alle. Bei uns sind das zum Beispiel die gemeinsamen Mahlzeiten.
Wie gehen wir nun mit diese verschiedenen Bedürfnissen um?
Wenn man nun davon ausgeht, dass die Bedürfnisse aller die gleiche Wichtigkeit und den gleichen Wert besitzen, muss man sich dennoch einen wichigen Punkt vor Augen führen: Wir Erwachsenen haben bereits gelernt unsere Bedürfnisse und damit auftretende Emotionen zu hinterfragen und die auch für einige Zeit zurückzustellen und zu reflektieren. Eine Fähigkeit die Kinder die Kinder erst noch Lernen müssen. Dafür bedarf es allerdings keiner Sanktionen sondern sehr viel Feingefühl und Vorbildwirkung. Wenn ein Kind gerade voller Emotionen ist (Wut, Ärger, Trauer usw) dann versuchen wir ihm  seine Gefühle zu verbalisieren und auf jeden Fall anzuerkennen und dann zu schaun was wir tun können. Manchmal reicht schon ein in den Arm nehmen, manchmal Bedarf es etwas mehr. Auch sagen wir unseren Kindern was unsere Bedürfnisse sind und wie es uns damit geht.
Der  KOMMUNIKATION kommt bei unerzogen eine sehr große Rolle zu, denn alles was wir sagen schafft den Rahmen in den unsere Kinder aufwachsen, ihre Realität, wie sie sich selbst und die Welt wahrnehmen, erleben und interpretieren. Wir setzen hierbei auf die Gewaltfreie Kommuniaktion, der ich einen eigenen Artikel widmen werde. Wenn wir unseren Kindern eine äußerst positive Einstellung gegenüber haben und ihnen unser Vertrauen in ihr Tun schenken, dann haben wir schon einen großen Schritt in die richtige Richtung getan. Kinder tun niemals etwas um uns zu ärgern (wie ihr schon in meiner letzten Rezension lesen konntet), sondern sie brauchen uns auf eine ganz bestimmte Weise. Das ist auf den ersten Blick natürlich nicht immer zu erkennen. Ein kleines Beispiel aus meinem Alltag: Mein 4 Jähriger lässt sich zum Beispiel sehr oft die Schuhe von mir anziehen, obwohl er das schon selber kann. Oft fühlt man sich davon vielleicht genervt, weil man nicht wirklich ein Bedürfnis dahinter vermutet und würde darauf bestehen, dass er es selber tut. Ich ziehe ihm die Schuhe dann aber an,weil ich weis, dass es ihm in den Moment nicht um das Schuhe anziehen geht, sondern um den Kontakt. Oft sind das nämlich Momente in denen er sehr müde ist ider ganz klassisch nach dem Kindergarte. Mir tut es nicht weh ihm die Schuhe anzuziehen und damit sein Bedürfnis nach Nähe zu stillen. Das stärkt sein Vetrauen in unsere Beziehung, weil er weis das er sich auf mich verlassen kann. Ein anderes Mal kommt er mir freudig entgegen und schreit : Mama ich habe schon die Schuhe angezogen 😀
Vor allem die typischen Erziehungs-Sätze „Wenn du nicht….dann…“ fehlen in unserem Alltag.

Die häufigste Frage: „Werden dann nicht kleine Tyrnnen aus den Kindern, die total egoistisch und selbstverliebt sind?“ aus der die Angst spricht, dass unerzogene Kinder später nicht unserer Welt zurechtkommen werden. Ich sage dazu ganz klar NEIN.
Ein kleiner Mensch der auf die Welt kommt, braucht uns. Er braucht für alle seine Bedürfnisse uns. Er kann keins seiner Bedürfnisse ohne uns erfüllen. Wenn er nun lernt, dass seine Bedürfnisse schnell und richtig erfüllt werden, dann kann er seiner Umgebung und auch uns vertrauen. Dieses Urvertrauen ist essentiell für seinen weiteren Lebensweg. Das heißt manchmal auch Dauertragen, dauerstillen und auch das wir als Eltern unsere Bedürfnisse zurückstellen müssen. Aber wir haben den kleinen Mensch ja auch zu uns eingeladen, oder? Die Jahre in denen uns die Kleinen so viel brauchen sind im Vergleich zu allem andern so wenig und dennoch so entscheidend. Ein Kind was gelernt hat seine Bedürfnisse zu verbalisieren und elernt hat das seine Bedürfnisse ernst genommen werden, das kann auch später die Bedürfnisse anderer Menschen erkennen und darauf eingehen.
Wir haben ja mittlerweile auch schon größere Kinder und auch wenn diese nicht 100% unerzogen sind, haben sie dennoch eine „Erziehung“ genossen, die ihre Bedürfnisse berücksichtigt hat und ich kann sagen, tyrannisch verhält sich keines von Ihnen. Ganz im Gegenteil. Auch von außen bekommen wir viel Bestätigung, wie sozial und verantwortungsvoll unsere Kinder sind.
Unerzogen mit 6 Kindern? Wo bleibe ich?
Auch wenn unerzogen schwierig scheint, finde ich das ein solcher gleichberechtigter Weg insgesamt zu sehr viel weniger Stress führt als der autoritäre. Wenn ich zum Beispiel einkaufen gehe und da oft Kämpfe erlebe zwischen Eltern und einem Kind, dann denke ich oft bei mir….hach unerzogen ist doch sooo viel besser. Wenn ich einkaufen gehe und meine Kinder (vor allem die kleinen) sehen, Mama packt so viele Sachen in den Wagen die sie will und ich darf gar nix haben? führt das nicht automatisch zu Frust den man vermeiden kann? Warum sollten meine Kinder sich nich ebenso etwas aussuchen dürfen? Wieso sollte mein Kind zum Tyrann werden, weil es das gleiche tut wie ich? Etwas für sich und sein Wohlergehen auszusuchen? wir vereibaren vor dem einaufen immer was wir in etwa kaufen werden und dabei dürfen die Kinder auch helfen es in den Wagen zu tun. Und jedes Kind darf sich auch etwas aussuchen, sei es ein Joghurt, eine Schokolade oder ein Smoothie….das ist ganz gleich und wird auch nicht bewertet. So läuft einkaufen fast immer ganz entspannt ab und jeder freut sich über seinen kleinen Einkauf.  In jedem Moment wo ein Kind sauer ist versuche ich mir vorzustellen,wie es mir als Kind damit erging oder welche Reaktion ich mir in der Situation von meinem Mann wünschen würde, das hilft mir immer den richtigen Blick zu bekommen und nicht in Muster zu verfallen, in denen ich groß geworden bin und die trotz besseren Wissens immernoch verwurzelt sind.
Ich gebe zu, dass für mich fast nie exklusive Zeit vorhanden ist. Ich suche mir tatsächlich einfach nur kleine Inseln mittendrin im Geschehen. Eine Tasse Tee, ein paar Reihen stricken, ein paar Minuten am Handy/PC müssen da reichen. Aber auch das ist eine Sache der Einstellung wie ich finde.  Und wenn mal gerade alles doof zu sein scheint und gar nix läuft, schalten wir laut Musik ein (was dank fehlender Nachbarn geht) und tanzen eine Runde. Das beruhigt oft die Gemüter und danach sieht die Welt schon wieder besser aus. Auch ein Spaziergang wirkt immer Wunder:D

Liebe Grüße
Sissy

12 von 12 im Juni

12 von 12 im Juni

20160612_07571207:10 Raus aus dem Bett und rein in die Flip Flops und ab zum Strand, denn dort hält man es nur bis 9:00 aus
20160612_081659Dort haben wir heute einen netten Gast auf dem Handtuch

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Während wir auf das Frühstück warten braucht Elena ganz viel Liebe und kuscheln, die Zähnchen machen uns arg zu schaffen. Die großen Jungs kicken derweil eine Runde

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Danach den Ausschlag versorgen, der mit Hilfe des Silbers schon viel besser geworden ist.20160612_074453

Danach machen wir Siesta, wie alle hier im Haus (inkl. Personal) denn über Mittag ist es zu heiß für alles:)

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Frische Litschi und Melonen vom local market besorgen. ..Njammie wie ich es liebe. 20160609_115340

Stillen(1x von gefühlten 2000x) Elena isst zur Zeit fast gar nix, demzufolge stillen wir sehr oft, was obwohl ich wirklich gern stille, mich momentan wirklich an den Rand des Möglichen bringt. Auch jede Wut- oder Mismutigkeit ist nur mit Stillen zu verwinden und wird aktiv eingefordert egal wann- egal wo *bitte lass es nur eine Phase sein*

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Da genehmigt sich Muddi auch mal was Süßes zwischendurch : Eisgekühlt

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Da das Babymädchen den Strand Besuch Nr 2 am späten Nachmittag verschläft und ich mit ihr im Zimmer bleibe, nutze ich die Zeit für eine Yogasession 🙂Screenshot_2016-06-12-16-37-40

Nach dem Abendessen noch ein wenig in der Hängematte relaxen, während die anderen weiter am Tischfussball spielen. Elena bringt mir die Bälde sie ins Tor gingen (sind zum Glück genug da…) In diesem Sinne Gute Nacht 🙂20160612_192641

Erstes Fazit

Erstes Fazit

Heute gibt es eine kurze Meldung von uns. Elena bekommt gerade Zähne und durch die ungewohnte Umgebung und die vielen neuen Eindrücke geht hier gerade nix ohne Mama, weswegen das Verfassen einen Blogeintrages gerade mehr als schwierig ist.

Wie haben wir die Umstellung verkraftet?

Als erstes muss ich sagen, dass es viel leichter war als befürchtet. Zum einem war die lange Reise überhaupt nicht schwierig, keine Genörgel und Gejammer, das lief alles ganz ruhig und friedlich. Wir hatten einige Leckereien und Beschäftgungsmöglichkeiten dabei und Elena war mit dem Stillen immer gut zufrieden. Der gebuchte Nachtflug war auf jeden Fall sehr passend, denn alle haben doch wenigstens ein paar Stunden geschlafen. Meine Reisübelkeit war dank Zintonakapsel zum aushalten. Um nix hatte ich mir mehr Sorgen gemacht als das ich die ganzen 16h mich übergebend und völlig unbrauchbar im Flugzeug dahinvegetieren würde.

  Die ersten Tage in Hanoi waren aber anstrengend, denn die 5h Unterschied und die extreme Hitze machten uns und vor allem den Kindern arg zu schaffen, so dass wir wirklich nur sehr lagsam angekommen sind. Daher sind wir auch einige Tage länger geblieben, wie wir es eigentlich vorhatten.

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Leben in Hanoi

Ein echtes Highlight, mit Kinder aber auch irre anstrengend. Sind unsere Kinder doch sehr viel Freiheit gewöhnt, kannst du sie hier nicht einfach mal allein gehen lassen. Bei dem verrückten und übermäßigem Verkehr waren wir eigentlich nur damit beschäftigt, keinen zu verlieren. Dennoch strömen  so viele Eindrücke auf dich ein, die du kaum verarbeiten kannst. Hier bin ich dann imer sehr dankbar für meine Reisetagebuch, in dem ich abends nochmal alles zusamenfasse.

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Wie gefällt es den Kindern?

Hier muss ich ehrlich sagen, dass es anfnags mitunter durchwachsen ist. Klar finden sie es toll keine Schule  zu haben, einen Strand direkt vor der Haustüre, aber das alles neu und anders ist, mussten auch sie erst verarbeiten, was teilweise mit goßem Frust und der ein oder anderern Streiterei einherging.  Auch Langeweile ist ein Thema und hier würde ich bei der nächsten Reise doch mehr Beschäftigungsmöglichkeiten mitnehmen. Gerade ein wenig Lego oder ein paar mehr Spiele wären doch von Vorteil gewesen. Bei Leonardo und Luca merken wir aeber die größten Unterschiede. Beide sind wieder viel ausgeglichener und zugänglicher als vorher. Leo lernt sogar freiwillig für Englisch. Auch die anderen Kinder fangen langsam an, sich sehr für die Sprache zu interessieren und bestellen im Restaurant kann mittlerweile sogar unser Luca. Momentan leben hier noch 2 andere Familien mit Kindern und da git es überhaupt keine Berührungsängste. Ich bin davon immer so begeistert. Auch sonst lernen wir viele Leute kennen und hier und da gibts ein nette Gespräch oder einen Tipp, das ist wirklich ganz toll.

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Essen

Während wir Erwachsenen uns mit der Vietnamesichen Küche auseinandersetzen und so ziemlich alles probieren, halten ich die Kinder doch eher an die westlichen Gerichte. Vegan ist dabei leider fast nix, so dass die Kinder hier auf jeden Fall Abstriche machen. Aber wir sind dennoch froh, dass wir bisher nur Fenistil und  Bepanthen aus der Reiseapotheke nutzen mussten:) Man muss auch sagen, dass es um Hanoi viel einfacher war an frisches Obst zu kommen als hier auf dem Land, unsere Babyananas vermissen wir zum Bespiel sehr:/ Da müssen wir uns noch ein paar Bezugsquellen erarbeiten.

Land und Leute

Also wir erleben die Vietnamesen als durchaus freundlich und hilfsbereit. Kaum hast du ein Problem, wird dir geholfen. Du stehst zum Beispiel am Supemarkt und fragst dich wie zum Tefel die Einheimischen ihren ganzen Einkauf auf den Roller packen.Währed du noch einen Plan im Kopf ausarbeitest, steht da schon ein netter Taxifahrer der dir hilft oder direkt ein Verkäufer der zur Not alles mit Klebeband (ja richtig gehört, mit Klebeband) auf deinen Roller klebt.  Was die Beförderung angeht, is hier nix unmöglich, ob Tv, aufgeblasener Pool  oder 5  Personen auf dem Roller- alles eine Frage der Sortierung. Dashaben wir schon  bei unserer Ankunft in Hanoi erleben dürfen: wir stehen am Flughafen und suchen nach einem großen Taxi, schnell wird uns klar, sowas gibt es hier nicht. Also steigen wir mitsamt unseres Gepäcks in einen Kleinwagen und ja das funktioniert, dank Klimaanlage hält man das übereinandersitzen sogar für den Weg von 15 min aus:D Was uns auch nch positiv ausfällt, Stress haben die Leute hier auch keinen, es geht viel ruhiger und entspannter zu als bei uns. Dasheißt zwar auch du sitzt manchmal eine halbe Stunde im Restaurant bevor dein Bestellung aufgenommen wird, aber das ist für uns ja kein Problem. Die Ruhe und Gelassenheit konnten wir schnell übernehmen.

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Etwas anstrengend für uns ist natürlich , das wir hier doppelt auffallen…einerseits wegen der 6 Kinder und dann natürlich wegen der blonden Haare und der Hellen Haut. So kann es durch aus vorkommen, dass eine Truppe kreischender Vietnamesen plötzlich das Interesse an jeglichen Atrraktionen der Tropfsteinhöhle verlieren uns allle nur noch ein Foto mir dir und deiner Familie will. Die fehlende Kommunationsmöglichkeit wird einfach damit ersetzt, das sie deine Kinder und dich in Position zerren und dir dann klar machen, wann du lächeln sollst. Manchmal ist das ja ganz witzig, aber wenn du das aller 10 Minute machen musst und die Kiner das nicht mehr wollen, dann wird das manchmal schon recht heftig.

Müll ist hier auch so ein Thema, da fehlt den Leuten da Bewusstsein, dass wir haben. Hier wird auch alles in Plastiktüten gepackt, das ist dermaßen schlimm. Bei einem Einlauf bekommst du locker 3-4 Plastiktüten, die wir mit dem Hinweis auf die Umwelt immer dankend ablehnen 😀

Unser Tag

Mittlerweile sind wir ja in Dong Hoi, direkt am Strand, an dem sich selten jemand aufhält. Hier muss es vor Kurzem irgendetwas gegeben haben, denn alle Tiere im Meer waren tod. Man tippt auf eine nahegelegene Stahlfabrik, aber genaues wurde nicht bekannt gegeben. ein Vietnamese teilte uns mit das darüber absolute Nachrichtensperre verhängt wurde. Dennoch gibt es hier 70% Einbruch des inländischen Tourismus. Mittlerweile wird hier aber wieer geangelt und man sieht auch Krabben und Fische im Wasser, so dass wir einfach so mutig sind trotzdem zu baden. Das tun wir meistens gleich in der Früh noch vor dem Frühstück, weil du es später am Strand nicht mehr aushalten kannst vor Hitze. Tagsüber sind wir im Garten oder im Pool und gegen Mittag gibts eine kleine Siesta. Am Abend gehts dann nochmal an den Strand, da finden sich dann auch vereinzelt  Einheimische. Gestern haben wir einen tollen Ausflug in 2 Tropfsteinhöhlen gemacht und waren den ganzen Tag unterwegs. Es war wunderschön, dafür gehen wir es heute ruhiger an.

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Der weitere Plan

wir wollen die nächsten Tage noch ein Stück weiter in den Süden. Noch ein paar Städte ansehen und im besten Fall auch noch das Mekong Delta. Aber wir machen das alles spontan wie es gerade geht.

Liebe Grüße

Sissy