Über uns

Wir sind Ralf (1980) Sissy (1985) und unsere 6 wundervollen Kinder Leonardo (2005), Paolo (2006), Giuliana (2008), Alessandro (2009), Luca Emilio (2011) und Elena (2015). Wir leben in unserem Häuschen in Oberösterreich und bei uns wird es nicht langweilig. Mein Mann ist gelernter Tischler und ich Psychologin. Seit einigen Jahren leben wir vegan, denn wir haben gemerkt, dass es uns damit besser geht und unser Sohn und unsere Tochter (Neurodermitis) seither völlig symptomfrei sind. Wir versuchen so nachhaltig wie möglich zu leben und sind ziemlich unzufrieden im Hamsterrad. Daher versuchen wir momentan unser Leben auf den Kopf zu stellen und etwas ganz Neues zu wagen. Einige tolle Familien die alles hinter sich gelassen haben und nun als Reisende unterwegs sind haben uns dazu inspririert, genau das auch einmal asuzuprobieren. Daher starten wir im Mai nach Vietnam und werden für 4 Monate backpackin das Land erkunden.

Leben in einer Großfamilie

Aber wie sieht ein Leben mit so vielen Personen und Bedürfnissen eigentlich aus. Ich habe euch ein paar Fakten zusammengestellt, die euch vielleicht einen kleinen Einblick geben:

  1. Zuersteinmal ist es einfach toll, denn du bist nie allein. Immer wuselt jemand um dich herum, immer ist jemand zum Spielen, Lachen, Blödsinn machen da. Auch wenn Mama mal gerade keine Vokabel abfragen kann, ist da immernoch jemand der das übernehmen kann. Oder beim Kochen, Putzen, Aufräumen ist immer jemand da. Auch wenn es mal nicht so gut läuft, sind viele Menschen da die dich trösten oder ablenken können. Sehr oft hören wir, wie sozial unsere Kinder sind, das sie auch mal warten können und sich immer gut integrieren. Ich glaube, dass ist einer der wichtigsten Punkte in einer Großfamilie, denn hier lernen Kinder das es viel Bedürfnisse in einer Familie gibt und das man Rücksicht aufeinander nehmen muss. Das heißt nicht automatisch das Großfamilienkinder zurückstehen oder ihnen etwas fehlt, sondern das sie einfach einen ganz anderen Blick auf viele Dinge entwickeln.
  2. Wundervoll sind auch die vielen wundervollen Geschwistermomente. Wenn du einfach nur bei einer Tasse Tee sitzt und siehst wie alle Kinder zusammen in der Sandkiste sitzen. Oder eins der Größeren einem kleineren Geschwisterkind hilft, dann geht einem das Herz auf. Und genau diese Momente sind es auf die man im Alltag achten muss, damit man nicht nur in der Alltagsarbeit versinkt.
  3. Vom Perfektionismus sollte man sich ganz schnell verabschieden, ein Punkt der mir besonders schwer gefallen ist und auch noch fällt. Aber die Kinder sind einfach wichtiger. Der Korb Wäsche oder der Badboden können auch mal warten. Unter den Punkt Perfektionismus fällt für mich auch der Punkt der Gerechtwerden der Kinder und da steht man ja auch immer unter besonderem Druck. Dazu möchte ich ganz klar sagen, ich werde sicher nicht jeden Bedürfnis jeden Kindes jeden Tag gerecht, aber muss ich das überhaupt? Ich bin überzeugt davon, dass ein Teil der persönlichen fehlenden Aufmerksamkeit natürlich durch die Geschwisterkinder ausgeglichen werden. Ebenso ist nicht jeden Kind jeden Tag bedüftig, so dass sich über einen längeren Zeitraum die Aufmerksamkeit wieder gerecht verteilt. Natürlich ist eine Herausforderung alle 6 Kinder im Auge zu behalten und sie in ihren momentanen Themen zu begleiten und zu unterstützen, aber da ich den ganzen Tag zu Hause bin, glaube ich das wir dem gerecht werden.
  4. Du weißt, dass du in einer Großfamilie lebst, wenn im Biomarkt eine 2. Kasse eröffnet wird, weil du die Einzige bist, deren Wagen voll – übervoll ist. Und das alles mit Kind im Tragetuch und Kleinkind an der Hand will der ganze Einkauf auch noch elegant im Auto verstaut werden. (Und zu Hause wieder in Kühlschrank und Schränken – uff eine Meisterleistung)
  5. Apropos Auto, da funktioniert natürlich auch kein normales Auto – nein da muss schon ein Kleinbus her, den mein Mann immer pampersbomber nennt ( auch wenn wir gar keine Pampers benutzen)
  6. Während andere Frauen den neuesten Modetrends nachjagen, ist mein liebstes „Kleidungsstück“ das TRAGETUCH, nein es ist nicht nur ein Assescoire-es ist mein Lebensretter, denn ohne dieses würde in meinem Alltag nix funktionieren. Kochen, saugen, einkaufen werden damit fast zum Kinderspiel. Auch unterwegs ist es ein unverzichtbarere Begleiter, denn so habe ich immer noch 2 Hände für die anderen Kinder frei und ELena ist glücklich und zufrieden.
  7. Du merkst ebenso dass du mehr als der üblichen 1-2 Kinder hast, denn egal wo du hinkommst ,alle Augen sind auf dich gerichtet und du wirst kritisch beäugt und man sieht häufig richtig wie gezählt wird:D
  8. Als Großfamilienmama muss man anscheinend auch beweisen, dass man die Kinder nicht nur bekommen hat um Geld zu kassieren (wobei mit dieser Punkt immer besonders suspekt ist, anscheinend haben die Leute keine Ahnung was 6 Kinder kosten und das die kleine Hilfe vom Staat in Form von Kindergeld und Erziehungsgeld nur einen Bruchteil dessen decken. Ich wüsste ehrlich nicht, wie man sich daran bereichen könnte…), sondern tatsächlich sein kleines Familienunternehmen unter Kontrolle hat. Auch in Schule und Kindergarten habe ich im Nachhinein oft gehört, dass wir anscheinend eine Ausnahme unter den bekannten Großfamilien sind, weil wir nicht die gängigen Klischees erfüllen.
  9. Wo wir schon bei Klischees sind, anscheinend ist auch ein Klischee, dass Großfamilien keine Reisen machen, denn nahezu jede Suchmaschine hat mit viel Glück die Option auf 4 Kinder, die meisten allerdings nur 2-3. Da könnte ich regelmäßig verrückt werden. In die gleiche Kategorie fallen Familienkarten mit max 2 Kindern….
  10. Hast du allerdings in den Augen der Anderen deine Familie unter Kontrolle, dann mutierst du schlagartig zur Supermama. Man traut dir alles zu und glaubt du hast Superkräfte. Manchmal glaube ich das auch, denn wenn ich am Ende jeden Tages so zurückblicke, grenzt manches schon an Wahnsinn:D Erlaubst du dir  allerdings ausnahmsweise zu jammern und erhoffst dir ein paar mitfühlende Worte, dann heißt es meistens nur : “ Ach du schaffst das schon“ oder im schlimmsten Fall : “ Du hast es ja so gewollt.“
  11. Typische Fragen die wir immer wieder gestellt bekommen: „Sind das alles ihr Kinder?“ Ja natürlich. Nein, es sind keine Zwillinge dabei.“Warum so viele Kinder?“ Warum denn nicht? Wir lieben Kinder, wir sorgen gut für unsere Kinder und haben genug Liebe und Nerven für sie 😀
  12. Wie war das doch gleich mit Punkt 1 – dem freu dich,denn du bist nie allein? Spätestens wenn Du als Mama oder Papa mal 15 min für dich willst, merkst du das der Punkt auch Nachteile haben kann. Mal eben schnell in Ruhe eine Mail schreiben? Nebenbei ein Buch lesen? Mal ganz in Ruhe auf Toilette oder in die Badewanne? Das sind Sachen auf die wir wohl noch ein paar Jahre warten müssen.